Mineralstoffe


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Allgemeines

Funktionen



Allgemeines

Mineralstoffe sind lebensnotwendige anorganische Nährstoffe, welche der Organismus nicht selbst herstellen kann. Sie müssen ihm mit der Nahrung zugeführt werden. Man unterscheidet zwischen Mengen- und Spurenelementen. Mengenelemente (Makronährstoffe) kommen im Organismus in größerer Menge vor (Natrium, Chlorid, Kalium, Phosphat, Calcium, Magnesium). Spurenelemente (Mikronährstoffe) werden in wesentlich kleinerer Konzentration benötigt (z. B. Eisen, Kupfer, Molybdän, Zink, Selen, Iod, Chrom, Silicium, Cobalt, Nickel, Mangan, Zinn und vielleicht viele andere) (Ebermann und Elmadfa 2008).

Weil Mengenelemente im wässrigen Milieu meist ionisiert vorliegen, das heißt als positiv oder als negativ geladene Teilchen, werden sie aus diesem Grund als Elektrolyte bezeichnet.



Funktionen

Mineralstoffe erhalten die Elektroneutralität und den osmotischen Druck aufrecht. Sie sind Bestandteile von Puffersystemen, wichtig für den Signaltransfer und sie beeinflussen den Stoffwechsel durch Aktivierung oder Passivierung von Enzymsystemen. Außerdem sind sie Bausteine von Organbestandteilen wie Knochen und Zähnen. Nicht nur als rein mechanischen statischen Funktionen sondern auch als dynamische Mineralstoffreserve, aus der regulierend auf den Mineralstoffhaushalt eingegriffen werden kann. Dadurch kann die Ionenzusammensetzung der Körperflüssigkeiten in engen Grenzen konstant gehalten werden (Ebermann und Elmadfa 2008).


Tabelle 1: Funktion verschiedener Mengen- und Spurenelemente

Name Abkürzung Aufgabe/Wirkung
Calcium
Ca
  • Stabilisierung des Skelettsystems
  • Blutgerinnung
  • Erregungsleitung (Muskelkontraktion)
  • Aktivierung von Enzymen
Kalium
K
  • Aufrechterhaltung des Membranpotentials
  • Blutdruckregulation
  • Eiweiß- und Glykogenbildung
Natrium
Na
  • Konzentrationsgefälle bei Nervenzellen (zusammen mit Kalium)
  • Aufnahme und Transport von Nährstoffen
  • Regulation des Wasserhaushaltes und des Säure/Basengleichgewichtes
Magnesium
Mg
  • Bestandteil von Knochen, Zähnen zahlreichen Enzymen und energiereichen Phosphatverbindungen
Phosphor
P
  • Bestandteil von Knochen, ATP, Phospholipiden
Schwefel
S
  • Bestandteil der Aminosäuren Cystein und Methionin sowie der B-Vitamine Biotin und Thiamin
Chlor
Cl
  • gemeinsam mit Natrium von Bedeutung für Wasserhaushalt und Säure/Basengleichgewicht
  • Chlor ist Bestandteil der Magensalzsäure (HCl)
Chrom
Cr
  • Glucosestoffwechsel
  • ungeklärt/umstritten
Cobalt
Co
  • Bestandteil von Cobalamin
Eisen
Fe
  • Bestandteil vieler Enzyme, z. B. Hämoglobin
Fluorid
F-
  • Härtung des Zahnschmelz, Osteoporosetherapie
  • essenzielle Wirkung ungeklärt/umstritten
Iod
I
  • Bestandteil der Schilddrüsenhormone
Kupfer
Cu
  • Bestandteil zahlreicher Redoxenzyme
Mangan
Mn
  • Aktivator und Bestandteil zahlreicher Enzyme
  • Knorpel- und Knochensynthese
  • Gluconeogenese
Molybdän
Mo
  • Bestandteil des universellen Molybdän-Cofaktors
Selen
Se
  • Bestandteil von 30–50 Selenoproteinen wie der Glutathionperoxidase
Silicium
Si
  • essentieller Bestandteil der Mucopolysaccharide in Epithelien und Bindegewebe
Vanadium
V
  • verschiedene Wirkungen im Körper
  • Stimulierung der Glykolyse in der Leber
  • Hemmung der Gluconeogenese – Essenzialität ungeklärt
Zink
Sn
  • Zinkabhängige Enzyme sind an nahezu allen Lebensvorgängen beteiligt




Literatur

Ebermann R., Elmadfa I.: Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. Springer Verlag, 2008; S.530; ISBN 978-3-211-48649-8